KONZERTE

Out4Fame Festival  Nachbericht 29.06-01.07.2018

wo: Hünxe bei Bottrop, Flughafen Schwarze Heide

Trotz ( oder gerade wegen) der eher negativen Resonanzen der Besucher des letztjährigen Out 4 Fame Festivals sah ich mich ein Stück weit gezwungen, dem fünfjährigen Geburtstag des O4F`s beizuwohnen. Die Versprechen der Veranstalter, vieles besser als im Vorjahr( als man einmalig das Gelände wechselte und in den Revierpark Wischlingen auswich) zu machen sowie ein Lineup, welches sich mit vielen Old School Heads für Menschen wie mich durchaus schön lesen konnte, haben mich durchaus positiv gestimmt.
Im Vorfeld ergab sich mit Benni Biagi dieses Mal ein Begleiter, der einer günstigen Hotelvariante in der Nähe des Festivals dem Campingerlebnis vorzog und um die Sache vorweg zu nehmen: in diesem Fall war das die absolut richtige Entscheidung! Obwohl ich durchaus gerne das Festivalzelt auspacke, brauchte man mich nicht lange überreden. 2 Monate vor dem Festival kann man unmöglich Prognosen über das deutsche Wetter oder sonstige “ Überraschungen“ machen und zu zweit ist ein dreitägiger Campingmarathon auch sehr einseitig und anstrengend, allerdings kann man entspannt ein gutes Hotel mieten und die paar Kröten dafür zurückhalten( seht mir nach, dass ich den Namen des Hotels nicht verrate…kann mir vorstellen, da nächstes Jahr wieder hinzuwollen und es müssen exakt die gleichen Gäste auch wieder da sein und nicht sehr viel mehr!!!).
Dank eines privaten Kontakts kam ich an 2 preisfaire Tickets und so ging es dann am Freitag entspannt gegen Mittag mit dem Wagen in den Ruhrpott. Gute 150min Fahrtzeit und wir standen in praller Sonne vor unserem Hotel. Nach dem Check In, dem ersten Kennenlernen weiterer Hotel/Festivalgäste und dem Zimmerbezug verpasste ich zwar mit “ Rittz“ von Strange Music direkt meinen ersten “ Must See“ Act, aber der Spot lag auch einfach ungünstig. Stattdessen lernte man die Gegend kennen und lebte sich etwas ein. Freitag Abend dann die erste Anreise zum Festival um mit einem Deutschrap-Abend zu starten. Afrob, Curse & SSIO spielten am Stück…mit De la Soul gab es eine US Klassikerband zum Abschluß. Afrob war gewohnt gut, Curse nicht so mein Ding…SSIO wie gewohnt mit überragender Performance und auch De la Soul waren insgesamt “ gut“. Was direkt auffiel, war, dass Parkplatz sowie Gelände unglaublich “ leer“ wirkten und das bei dem Umstand, dass es im Vergleich mit dem HipHopKemp oder Splash deutlich kleiner ist. Von 10-12.000 erwarteten Zuschauern war im Vorfeld die Rede, 3-4000 sollen es nach Gesprächen am Sonntag mit diversen Menschen schlußendlich gewesen sein, was natürlich äusserst bedauerlich ist( und das bei Topwetter und nur einer spontanen Absage in Form von DJ Quick). Frage mich, ob das nur am Lineup lag, am Vorjahr oder (auch) daran, dass das Splash eine Woche später stattfindet und noch deutlich stärker bewirbt?!
Der Samstag war der Haupttag, was sich im Alkoholpegel und Gesamtauslastung auch gezeigt hat. Gegen 18.00 Uhr waren wir nach einer absolut abenteuerlichen Taxifahrt am Gelände( welches nur minimal voller als am Vortag wirkte) und sahen mit Ra the Rugged Man einen guten Start in den Abend. Der Mann bringt es fertig, relativ abgefuckte Texte mit seinem Baby auf den Schultern zu performen und seiner Frau zwischendrin einen Heiratsantrag zu machen…soll echt gewesen sein, großer Moment. Westcoast(legende)rapper WC aka DubC, der auch von dem guten Taktlo$$ drei Reihen vor uns beäugt wurde, ließ uns eher kalt…dafür legten die Lords of the Underground & M.O.P danach alles in Schutt und Asche. Beide für mich neben SSIO und Onyx die Highlights des Wochenendes! The Lox war eher enttäuschend und wirkten gelangweilt, E-40 war wieder Geschmackssache aber rein differenziert betrachtet auch ein guter Schlussact eines guten Festivaltags, der ebenso wie der Freitag & Sonntag noch lange am Hotel ausgeklungen wurde mit den US Dudes Andrew & Rob, die uns quasi quer durch das Weekend begleitet haben ebenso wie die Dudes Carlos, seine Schwester und ihr ruhiger Freund( alle sollen hiermit kurz gegrüßt sein).
Sonntag war dann schon der Beginn der “ Katerstimmung“. Mein Plan sah vor, den Spot der Cunninlynguists um 15.20 vor dem Fussballspiel “ Spanien-Russland“ einzuschieben und abends dann mit letzter Energie einen dopen Schlussmarathon am Festival hinzulegen. Der Plan ging auf! Die Cunninlynguists brachten ein tolles Set indem zwar nicht alles fehlerfrei lief, aber viele schöne Momente brachte( erneut bei passend hochsommerlichen Flavour & tollen Bühnengesangsstimmen). Das Spiel danach geschenkt aber abends fehlte uns die Inspiration, Camp Lo und Devin the Dude( der mich als Host schon nicht packte und für DJ Quik einsprang) beizuwohnen. Auf “ Onyx“ musste ich aber bestehen und so gab es dann noch Mal eine ordentliche Ladung von Sticky, Fredro & DJ Illegal, wo sich auch noch Mal ein Großteil der Besucher versammelte. Der Auftritt war dann auch so erwartet energetisch, dass bei La Coka Nostra und BlackStar leider nahezu gähnende Leere vor der Bühne war. LCN hat das nicht verdient, Black Star naja aber ich darf mich nicht beschweren, hatte nach Onyx auch keine Power mehr und sah mir Beide entspannt aus der Ferne an!
Und damit ging dann ein schönes, aber auch anstrengendes( man wird ja nicht jünger) weiteres Festivalwochenende zu Ende. Absolut positiv waren das Hotel, die netten Bekanntschaften, viele Acts und auch die vergleichsweise fairen Preise( Bier 3 Eus, Pommes 3 Eus etc.). Negativ empfand ich teilweise „weiterhin“ die Organisation. Es wird einfach “ wenig“ bis “ gar nichts“ geboten neben den Auftritten…auch auf das starke Wetter wurde nicht eingegangen( Wasserspiele etc. ). Die Auslastung der kleineren “ Green Stage“ ist ein Witz, die Nichtauszahlung der Bons( die nur für Getränke gelten) zum Ende eine Frechheit und nahezu ungesetzlich.
Genau deshalb ist es im Vergleich zu anderen Festivals hier absolut empfehlenswert, ein Hotel aufzusuchen und sich so seine Festivalbegehungen im Rahmen zu halten. Genau das machte für uns den entscheidenden Unterschied, der eine ( absolut mögliche) Enttäuschung zum Glück verhindern konnte. Und da ich insgesamt ein sehr positiv gestimmter Mensch bin und hier weniger das Festival per se als viel mehr “ mein empfundenes Wochenende“ bewerte, komme ich insgesamt auf sehr gute:

 8,0 von 10,0 SNOTCH-POINTS

17Years Skaters Palace in Münster Nachbericht 18.11.2017

Die Liste an nationalen wie auch internationalen Acts, die seit dem Jahr 2000 den Weg nach Münster und vor allem in den “ Skaters Palace“ gefunden haben, ist schier unendlich. Das ganze Land weiß, dass HipHop in Münster alleine durch diesen Laden ganz besonders und in Deutschland auch einzigartig zelebriert wird. Ich selber habe seit 2000 den “ Skaters Palace“ einige Male besucht und dort schöne, begeisternde Stunden erlebt. Dilated Peoples, Heltah Skeltah und Masta Ace sind einige Beispiele…Teil meiner “ Münster“ Ausflüge war auch immer ein CheckIn im Hostel “ Sleep-Station“. Leider war uns das dieses Mal nicht gegeben, womit ich einfach mal versuche, eine Einleitung in den Bericht zu finden und das Warmup auszublenden.

Nach einigen Jahren Skaters-Palace Abstinenz war es an der Zeit, zu diesem Event aufzubrechen. Zu dope erschien mir wie auch meinem Reisepartner auf Dauer “ Jostface Kilah“ das diesjährige Lineup bestehend aus internationalen Acts wie auch starken nationalen Vertretern. Einen Teil des Lineups wie Oddisee & The Good Company, Marz oder auch Retrogott habe ich bereits beim diesjährigen HipHopKemp erlebt. Dennoch erschien es mir, gerade im Falle von Oddisee & Band, sehr reizvoll, dem Ganzen hier eine Wiederholung einzuräumen. Außerdem wollte ich schon ewig mal den Burgerladen “ Whats Beef“ in Münster aufsuchen, was natürlich diese Reisevorplanungen etwas veränderte.
Mit dem Flixbus und eine der besten Busansagen aller Zeiten ging die Reise am Samstag Morgen los. Diverse HipHopKemp Menschen aus ganz Deutschland haben mich über die Woche mit Anrufen, SmS und sozialen Mediengedönz attackiert und meine organisatorischen Bemühungen entwirrt. Im Endeffekt wurde es nur eine Tagesreise statt einem ursprünglich geplanten Wochenendtrip. Jostface und ich waren uns sicher, irgendwie zurückzukommen und da wir Beide morgens gerne schlafen, sind wir im Bus direkt eingepennt. Ein schönes grünes Kissen, passend zum Bus, hat mir dabei sehr geholfen und stellte sich als Topidee heraus die Neid auf sich zog. Staus sorgten für eine Stunde Verspätung, was uns mehr als zu Gute kam und das erste Mal in meinem Leben war, dass ich einen Stau extrem abfeierte.

Der erste von den neun Buchstaben im Norris-Radio Weihnachtsspiel ist übrigens  S !

In Münster angekommen war ich mir sicher, den Weg zum Burgerladen zu finden. Eine Stunde später standen wir zur besten Mittagszeit vor dem Skaters Palace, was so nicht geplant war. Eine weitere Stunde später standen wir am Burger Laden…der war absolut in Ordnung und wir trafen die Person, die mir den Laden empfohlen hat, was uns eine Fahrgelegenheit für den weiteren Tag incl. Rückfahrt bescherte…sehr gute Problemlösung und ja, ich komme jetzt Mal zur eigentlichen Veranstaltung:
Relativ Pünktlich gegen 17 Uhr kamen wir am Skaters Palace an und erlebten den Opening Act Lakmann, der auch den Rest von Witten Untouchable im Gepäck hatte. War eine mehr als ordentliche Show. Er und Kareem waren durchaus spektakulär und hatten auch sichtlich Spaß an der “ Eröffnung“( offenbar gab es eine weitere Show der Jungs noch an dem Abend). Danach ließ ich es zunächst etwas smoother angehen…Marz war der nächste Act auf der Liste. War okay! Richtig stark waren alle Amis an dem Abend. Ra the Rugged Man & Afro haben das Mikro zerstört…Masta Ace, der für den leider verhinderten Evidence, eingesprungen ist, hatte auch einige Überraschungen im Gepäck und Oddisee & The Good Company waren richtig derbe und mein Highlight des Abends. Dagegen kam der eigentliche Hauptact “ Megaloh“ nicht ansatzweise heran. Retrogott & Sonne Ra fand ich sogar regelrecht schwach. Das “ Cafe“ mit der Zweitstage war aber auch extrem überfüllt…der ganze Laden war sehr voll!
Die Veranstaltung und auch der gesamte Tag waren in Summe also wirklich gelungen. Zwar hatte WhatsBeef einen Burgerstand am Skaters Palace…dieses Fachwissen hätte uns eine spätere Anreise ermöglicht aber okay, sowas passiert. Münster ist generell immer einen Besuch wert…tolle Stadt, nette Menschen und ein Treffen von Leuten, die HipHop ein Stück weit kennen und akzeptieren. Organisatorisch gab es auch nicht viel zu meckern…weder gab es große Verzögerungen noch lange Wartezeiten oder sonst etwas, was einem aufstoßen könnte. Spätestens Oddisee & The Good Company waren das, ohnehin schon faire, Eintrittsgeld von knapp 35 Eus wert und wenn man jetzt pingelig unbedingt einen Kritikpunkt finden möchte, dann höchstens, dass teilweise der Sound etwas merkwürdig ankam rein qualitativ( jeh nachdem, wo man stand) aber das ist tatsächlich pingelig und so gar nicht meine Art in dieser beschaulichen Zeit. Ich kann mir eine Wiederholung im nächsten Jahr durchaus vorstellen.

8.5/10 Snotch Points

HIP HOP KEMP 2017 DER SKINNY BERICHT

FESTIVAL-PARK, HRADEC KRALOVE/TSCHECHISCHE REPUBLIK, 16-19.08.2017

Was sind die Oster- oder Weihnachtsfeiertage gegen das dritte Wochenende im August? Nicht wirklich der Rede wert, wäre diesbezüglich mein erster Gedanke und damit herzlich Willkommen zum diesjährigen “ HipHopKemp“ Skinny-Bericht…2017 ging alles anders und am Ende des Tages doch irgendwie wieder gleich zu beim besten HipHopFestival auf dieser Seite des Ozeans.
Runde 5 als Mitfahrer( nach 2008,2009,2015 & 2016) und damit Nummer 3 in Folge als Busbabo für deinetour.io und dem norddeutschen Bus gen Kemp. Dieses Mal war der Bus aber nicht wirklich norddeutsch, denn ganze 5 Menschen stugen am nördlichsten Zustiegspunkt “ Hannover“ ein, wovon mir und meiner Begleitung bereits 2 Plätze inne waren. Der Bus hingegen startete bereits ab Düsseldorf mit einer Route über “ Bielefeld, Hannover, Magdeburg & Leipzig“. Ich möchte an dieser Stelle meine Erlebnisse der Fahrt stark abkürzen, obgleich Hin & Rückfahrt durchaus ein ausführliches Kapitel verdient hätten, nur einige Informationen mit der Bitte an alle Düsseldorfer, die hier mitlesen, cool zu bleiben! 1. Der Busbabo sollte immer am ersten Abfahrort einsteigen, 2. Der Busbabo sollte immer am letzten Ausstiegsort aussteigen und 3. Ich mag Bielefelder, Hannoveraner, Magdeburger & Leipziger sehr gerne :) !
Mittwoch Morgen in aller Frühe angekommen und wie man es aus den Vorjahren gewohnt war, war das Wetter zu diesem Zeitpunkt sehr “ norddeutsch“. Dennoch lief in diesem Jahr erstaunlicherweise alles ziemlich rund. Ohne Wartezeiten wurden Ticket gelöst & der Zeltplatz bezogen…ein paar schnelle Aufbauten und ab zum alljährlichen Einkaufen via Taxi in die Stadt zu Kaufland & Obi. Auf der Fahrt fiel bereits auf, wie verstärkt in diesem Jahr die Polizeipräsenz auf den Straßen von Hradec Kralove war. Nahezu alle 300 Meter stand ein Wagen und es wurden unmenschlich viele Autos überprüft. Das Ganze ist zurückzuführen auf eine groß angelegte Drogenrazzia am Festivalsamstag des letzten Jahres auf dem normalen Zeltplatz. Dort tummelten sich bereits über einige Jahre die “ Verkaufsstände aller Arten von Drogen“ und ein krasserer Zustand jenseits von Amsterdam war gegeben. Nach einem tragischen Todesunglück wurde nun entsprechend gehandelt, was vor allem die polnischen Freunde zu spüren bekam, aber auch das Festival an sich. Deutliche Lücken auf dem normalen Zeltplatz, schnelle Durchlaufzeiten, geringere Auslastung vor den Bühnen usw. machten dies ersichtlich. Allerdings trugen auch die Schwächen im Lineup sowie die Konkurrenz des “ Out 4 Fame“ Festival am selben Wochenende dazu bei, dass dieses Jahr alles smoother war als zuvor.
Der Mittwoch verlief dann ohne größere weitere Highlights. Die Warmup Party versprach Joe Young, doch dieser schied krankheitsbedingt aus, so dass wir uns eine durchaus gute tschechische oder polnische( darüber wurde diskutiert) Band reinzogen, die Bock gemacht hat. Prop Dylan aus Schweden soll gut abgeräumt haben doch nach anstrengender Hinfahrt ohne Schlaf war mir nicht nach langem Warmup und so sparte ich diesen ( leider) aus.
Donnerstag dann in Ruhe das erste Checkup vom Gelände mit der Feststellung, dass sich wieder einiges verbessert hat, allerdings auch gespart worden ist( z.B am VIP Bereich hinter der Bühne, der im Jahr zuvor deutlich liebevoller und detailreicher gestaltet wurde). Um 17 Uhr eröffnete Edgar Wasser dann entspannt die Hauptbühne und der Auftritt war dope. Bis dahin interessierte mich der Dude kaum doch das war ein guter Start und dank der “ In-Crowd Session“ mit Marz und einigen Weiteren, kam auch sehr gute Stimmung auf und ich bekam Lust, mir abends den “ Marz“ Auftritt ebenfalls reinzufahren was dann auch geschah und ebenfalls dope war. Auf den UK Grime Act Lethal Bizzle freute ich mich sehr, dieser war aber äusserst pünktlich um 0 Uhr auf der Bühne und um 0.29 Uhr wieder unten, so dass ich leider nur 10 bouncige Minuten bekam, die aber ebenfalls abgingen. Daraufhin ging es rüber zu Retrogott & Hulk Hodn über die die Meinungen, wie immer, auseinandergingen. Ich fand den Auftritt okay, ebenso wie den von Skyzoo & Apollo Brown, die an diesem Wochenende 3 Gigs auf 3 Festivals spielten. Das war Beides nicht welterschütternd, aber völlig ausreichend, um den Donnerstag als “ gut“ anzusehen und nach vielen Getränken zufrieden abschlafen zu können. Masego soll btw. die Hauptbühne abgerissen haben um 10, was aber zugunsten von Marz nicht in meinem Sichtfeld geschah.
Freitag war der große musikalische Tag in diesem Jahr…und es war zusätzlich auch noch Ü30 Grad warm und eine brütende Affenhitze vor dem Herren. Morlock Dilemma um 15.30 Uhr mit einer sehr guten Show…auch live on point. Dann gab es eine lange Pause auf dem Zeltplatz, die bitter nötig war, allerdings in seiner Gesamtheit dafür sorgte, dass ich um 19.30 DITC verpasste, was jetzt nicht so schlimm ist, da ich diese Besetzung bereits sah aber dann irgendwie doch weil es eines der Highlights in positiver Sicht gewesen sein soll. Gegen 21.10 Uhr war ich zurück am Gelände und zog mir den Rest “ Lyric Jones“ rein, was ich jetzt einfach mal zum “ Abchecken“ anrege…coole junge Frau. Dann kam ein Act auf den ich mich enorm freute um 21.30…nämlich Verbal Kent & Superior, mit dem ich ja ein Telefoninterview vor dem Kemp machen durfte. Leider war ein unmittelbarer Kontaktaustausch nicht mehr möglich aber die Beiden lieferten eine überzeugende Leistung, Verbal Kent ist gut…fertig & Ende und die Pretracks zum kommendem Album waren durch die Bank ebenfalls gut. Nach einer weiteren guten Stunde Rapmusik ging es zu Oddisee & The Good Company…ging schleppend los, baute sich aber super auf und am Ende wurde es sehr feierbar und dann folgte natürlich der vermeitliche Hauptact “ Jedi Mind Tricks“ in Form von Vinnie Paz, 7L & Esoteric( jaja, leichte Mogelpackung aber dennoch dope)…hier war die Stimmung am Siedepunkt. Gelungener Auftritt, fette Sache! Eine kurze Chillpause vor dem Nachtprogramm, bestehend aus The Mouse Outfit & Main Source, endete fatal, denn die Ü30 Grad entluden sich nun zu einem Unwetter incl. starkem Regenschauer. Dieser Skinny hatte nun nicht gerade das sicherste & bestgeschützteste Zelt und musste so einen 1,5km Sprint durch den Regen hinlegen um sich zu vergewissern, dass alles cool ist. Im Regen ging es zurück um 5min “ The Mouse Outfit“ zu sehen und sich dann bei “ Main Source“ zu vergessen…ein wundervoller Auftritt dieser Legendencrew…und dank dem Regen war es nun möglich, im fein abgekühlten Zelt entspannt zu nächtigen.
Schon wieder Samstag und der Tag begann mit der Info, dass Mos Def für Common headlinen wird…ist für diesen Skinny so ein bisschen “ vom Regen in die Traufe“, für Viele natürlich irgendwie “ cool“ wegen “ Legende“ oder uncool, weil Common ist doch besser oder hat man noch nicht gesehen…whatever, ich kürze ab: Mos Def war weak as hell und der Flopauftritt des Festivals, aber der Reihe nach. Eigentlich sollte um 16.30 das alljährliche Schokocatchen statfinden wo sich Mädels für VIP-Tickets und T-Shirts vor Hunderten Typen erniedrigen…da dieser Skinny aber voll der unsexistische Frauenfan ist, überzeugte ich jemanden, diesem häßlichen Schauspiel gerade rechtzeitig zu entfliehen und mit mir Mädness & Döll anzuschauen…eine Kombo, die ich zwar wack fand und auch jetzt noch finde, aber davon wollte ich mich vor Ort eben vergewissern . Naja, auf die Beiden geschissen. Bei Rah Digga & Blabbermouth trennten sich viele Wege…ich nahm den zu Rah Digga und wurde nicht enttäuscht, auch wenn die Gute häufig betont hat wie broke sie ist und dass wir ihr mit ein paar Dollars/Euros/Kronen am besten für “ möglichst garnichts“ enorm helfen könnten…naja gut, abgeliefert hat sie, was man von Kool G Rap und seinem DJ nur bedingt sagen konnte…okay, die sind alle alt aber ein bisschen Enthusiasmus hat noch nie geschadet, verlängert schließlich auch das Leben. Naja, davon hatte Mc Rene, der irgendwie jeden Tag irgendwo aufgetreten ist und andauernd irgendwo rumstand( also mehr jetzt als andere Menschen), genug, aber dennoch ist der irgendwie alt und, hach weiß nicht, “ uncool“. Sons of Time war okay und dann kam der brutale Flop “ Mos Def“, der in seinen Gewändern spirituelles Geseier absonderte und sich nie entscheiden konnte ob er jetzt Mos Def oder Yasin Bey sein soll…Norris Radio macht es ihm einfach und sagt: Er ist einfach „ein überbewerteter Honk“! Richtig dope wurde es danach im Hangar bei “ Deca“. So dope, dass ich diesen Auftritt sogar vor Jedi Mind Tricks als den “ Auftritt des Festivals“ stellen würde. Das war der Hammer, wie der Dude und sein DJ den Hangar gefüllt und die Menge geburnt haben…großes Kino, ein neuer Fan ist gewonnen. Ausklingen ließen wir das Ganze mit den Snowgoons…DJ Illegal, Sean Strange und noch jemand sind aufgetreten( man entschuldige meine Recherchefaulheit). War auch gar nicht so gut, Sean Strange nuschelt und sieht beschissen aus und Snowgoons Sound ist auch nur 1 von 7 Mal cool. Der Samstag war rein musikalisch dann also doch eher durchwachsen.
So…und damit endet der wohl “ ausführlichste“ SkinnyBericht eines “ HipHopKemp“ bis zum jetzigen Zeitpunkt. Ich war in diesem Jahr so sehr an der reinen “ Auftrittsqualität“ interessiert wie nie zuvor und wollte den Bericht alleine deshalb vor allem in diese Richtung lenken. Die Ereignisse rundum sind sowieso jedes Jahr “ ergreifend“ und “ großartig“. Die Preise sind immer noch sehr moderat, das neue eingeführte “ Cashless System“ funktioniert viel besser als gedacht und auch besser als am Splash und auch sonst bleibt das Kemp in all seinen Facetten einfach rundum das beste Festival, was ich mir vorstellen kann.
BIS ZUM NÄCHSTEN JAHR UND GARANTIERT EINEM WEITEREN SKINNY BERICHT

HIP HOP KEMP 2015 DER SKINNY BERICHT

FESTIVAL-PARK, HRADEC KRALOVE/TSCHECHISCHE REPUBLIK, 19-22.08.2015

Das dreizehnte HipHopKemp in Hradec Kralove/Tschechische Republik und mein, persönlich, drittes “ Kemp“ sind Geschichte und, um es mal vorweg zu nehmen, dieses Jahr war alles anders, größer und grandioser!
Zunächst waren wir ein tolles 6 Mann Team und entschieden uns, die Bustour, die auf www.aufdeinetour.de angeboten wird, in Anspruch zu nehmen und buchten entsprechend die Tickets. Irgendwie geriet ich mit den Veranstalter der Tour in etwas ausgiebigeren Mailkontakt und berichtete unter anderem von meinen Aktivitäten im künstlerischen Bereich . Ein Tag vor Beginn der Abreise wurde ich angerufen vom Veranstalter und gefragt, ob ich für die Tour und 46 Leute den Reiseleiter geben würde, da der Ursprüngliche spontan ausgefallen sei. Genauso spontan nahm ich das Angebot wahr und war dann logischerweise derjenige, der die organisatorische Abwicklung der Reise überwacht, den Busfahrer “ unterhält“, die Musik on board regelt( chüür), die Getränke verkauft und so weiter…kurz gesagt: Hin und Rückfahrt waren ein großer durchzechter Spaß und die Reisetruppe, bestehend aus Leuten aus Jever, Oldenburg, Bremen, Hamburg & Magdeburg war wirklich großartig und größtenteils unkompliziert, stubenrein und pflegeleicht. Vor der Rückfahrt gab es 2 Einschleicher, die nach 4 Tagen Dauerbrutzeln auf 30 Grad, Abfeiern bis 4 Uhr morgens und Schlaf in kleinen Zelten auf unbequemen Isomatten( der nie länger als bis 8 Uhr morgens funktioniert hat) einen Moment verursachten, indem ich endlich Mal aus voller Inbrunst meinen Stress abbauen und Leute anschreien konnte( manchmal sehr befreiend). War mir auch nicht mehr wirklich bewußt, dass ich einschüchternd sein kann aber die Beiden waren schneller und unkomplizierter weg als ich gucken konnte.

Eintreffen am Festival gegen 9 Uhr morgens am Mittwoch( ca 10,5 Stunden Fahrzeit auf Aladdins fliegendem Teppich…sorry for Insider). Ab zum Zeltplatz und aufgrund langer Schlange und Regen die Chance genutzt, sich mit einer Menge in den eher “ wenig bewachten aber dennoch sicheren( mir kam nichts weg über die Zeit)“ Zeltplatz einzuschleichen…direkt am Eingang mit 20 oder 30 Leuten ein Camp errichtet und beschlossen, dass “ einschleichen“ doof ist und Bändchen holen wohl besser  in Anbetracht der kommenden 4 Tage( ein Mädel, das sich uns angeschlossen hat, zog es aber tatsächlich durch komplett bis Sonntag und sparte den Zehner Zeltplatzgebühr…mir ein Riesenrätsel, wie sie das geschafft hat). Wir also zu sechst raus und aufgeteilt, denn auch für das Festivalbändchen musste man sich seperat anstellen und die Schlangen wurden nicht kleiner. Ich habe schlußendlich nahezu den gesamten Mittwoch Nachmittag damit verbracht, 2 Bändchen zu holen. Als es geschafft war, hat sich unser 6 Mann Kern aufgeteilt. Ein Teil machte Besorgungen in der Stadt und Stylez Tyson & Ich rockten übers Festivalgelände und staunten zunächst mal über das kulinarische Angebot, welches zum Einen kostengünstig und zum Anderen einfach nur unfassbar riesig und ausgewogen war. Hin zur Warmupparty, die in 2 Hangars stattfanden. Im “ Beach Club“ konnten wir uns hinsetzen und gechillt einen guten Auftritt von Babylon Warchild & Lord Lhus reinfahren. Dort gab es erste Kontakaufnahme zu den Polen und erste germanistische Verfehlungen zu begradigen, zumindest, sofern es mir möglich war. Danach gab dann der alte Sack Mykill Miers im Backspin Hangar alles und konnte auch ziemlich viele Menschen zum bouncen bringen. Tyson und ich waren uns bereits an diesem Abend sicher, dass wir hier richtig sind.

Und danach ging es über 3 Tage so weiter. Ich könnte hier 1000 Sachen aufzählen…die überragenden Auftritte am Donnerstag von The Four Owls, Evidence( später incl Rakaa & Babu als Dilated Peoples) und vor allem Yelawolf, der abends mal gekonnt alles zerlegt hat und mir vor Freude die Tränen in die Augen brachte, weil ich es nach 7 verdammten Jahren des Planens und “ Immer wieder Scheiterns“ endlich geschafft habe und dann noch mit einer derart entspannten und coolen 6 Mann Truppe, dieses Festival zu erreichen. Die Auftritte am Freitag von Hopsin( wirklich stark) & Joey Badass( auch recht stark, Abriß war sein Partner dessen Name mir leider entfiel) sowie der Samstags Overkill mit PRhyme( etwas erschöpft), Dope DOD( da war Feuerwerk und Gebounce bis zur eigenen Erschöpfung die der von PRhyme dann gleichkam), Ghostface Killah( da war ich wegen Dope DOD so erschöpft, dass kaum noch was ging) und MobbDeep( gut, aber nicht ganz hauptactwürdig…Havoc sollte weniger Henny sippen, dann ist er nicht so erschöpft und lallt weniger). Das starke Wetter, welches ab Donnerstag nur noch super war und bei mir für nen großen Sonnenbrand auf dem Rücken und Armen sorgte…die vielen Sideevents( von einer Wasserrutsche auf dem Festivalgelände bis hin zu einem Glücksrad für Hanfutensilien…von Schokocatchen( welches wir leider nicht gefunden haben) bis zu abgefahrendsten Automatenspielen indenen ich Tyson 7 zu 5 besiegt hab und nicht recht weiß, warum und wieso (ich das jetzt erwähnen muß) überhaupt…der Zeltplatz, der nahezu alles bot was man sich vorstellen kann oder auch nicht…es reihten sich Drogenstand an Drogenstand( Anm der Redaktion: Norris-Radio ist das lediglich aufgefallen und war erstaunt und auch erschrocken darüber. Norris-Radio ist drogenfrei und unterstützt derartiges Verhalten in keinster Weise…liebe Kinder und allen anderen: Drogen machen euch dumm, gefügig und unfähig, gute Musik von schlechter zu unterscheiden!!!), Bierdosen wurden aus generatorbetriebenen Kühlschränken verkauft und unser Camp baute aus Pavillonstangen, zu denen das Verbindungsstück fehlte, ein Glockenspiel und brachte so das “ Ring the Bell“ Movement ins Rollen. Ein weiterer Grund für meinen riesigen Schlafmangel…oder auch einfach die große Harmonie unter allen Besuchern, unserem Camp und unserem 6 Mann Kern.

Ich versuche jetzt Mal, einen Abschluss zu finden. Mal abgesehen von den echt beschissenen Dixie Klos und diesem merkwürdigen System mit dem BecherPfand, welches ich bis jetzt nicht durchschaut habe, ist dieses Festival wirklich fantastisch gewesen. Natürlich kann man noch meckern, dass hier und da mal der Sound nicht so toll ist oder die Demigodz 20 Minuten später dran sind, weil ein acidverspackter Pole noch “ Lesbian Rockrap“ auf der Bühne schmettern muß, bis der halbe Hangar buht aber das wäre sehr deutsch und würde sonst keiner tun…es ist, was man drausmacht und ich war zwar oft fertig und absolut an der Grenze( leider so sehr, dass ich P Money Samstag Nacht verpassen musste), aber diese Erfahrung(en) will ich wirklich nicht missen. Wenn alles klappt, bin ich auch im nächsten Jahr ( und dann mit mehr Vorbereitung) verantwortlich für den norddeutschen Bus und wenn ich ehrlich bin, will ich nichts anderes außer wieder hin und genau das machen. Bezeichnend übrigens, dass wir in 5 Tagen nicht ein Mal Stress in Tschechien mit irgendwem hatten und hier in Deutschland dann gleich wieder 2 Mal mit Schaffnern und Taxifahrern, die sich und v.a ihre Jobs etwas verkrampft angehen und womöglich auch sonst eher scheiße wie mein Vermieter sind.
In diesem Sinne. Ich danke meinen Jungs El Nino, Stylez Tyson, Jostface Killah, Deh & Raintz( auch, dass sie teilweise meine schwammigen Launen verkraften konnten) für die Begleitung…ich danke Olli von AufdeineTour.de für die Möglichkeit der Bustour und das Vertrauen, mich ungesehen zum Reiseleiter zu machen…ich danke den Artists, denn keiner hat abgesagt und jeder hat wirklich geliefert…ich danke der Orga vom Kemp und ich freue mich auf “ The Return in 2016″ und zum Schluß noch dir, weil du bis hierhin gelesen hast und nun entweder erfreut bist, dagewesen zu sein und das hier nochmal miterleben konntest oder ein bisschen neidisch bist, weil du nicht dawarst…dann fühl dich eingeladen, uns nächstes Jahr zu begleiten oder geh zum Splash und mach da Werbung für Norris-Radio!

Ugly Heroes & Clear Soul Forces

Hot Jazz Club, Münster, 28.02.2014

Das letztjährige SOT-Album of the Year Komitee, in Gestalt von DenKah, Jostface, El80 der allmächtigen Maus und meiner Wenigkeit, kam für diesen Trip in meine Lieblingsstadt des Landes zusammen. Das wirtschaftlich günstige Datum, die letzten Releases beider Crews und der Aspekt, dass ich beide Crews noch nicht auf der Bühne bewundern konnte, war ausschlaggebend für die Entscheidung, diese Möglichkeit nicht sausen lassen zu dürfen. So buchten wir im Vorfeld unter www.sleep-station.de ein 4-Mann Zimmer. Das sehr zentral und bahnhofsnahgelegene Hostel in Münster ist für solche Trips genau das Richtige, was DenKah und Ich bereits vor einigen Jahren mehrfach festgestellt haben. Die Preise sind durchaus fair, die Leute sehr freundlich und die Lage perfekt. Obwohl wir uns im Vorfeld einig waren, die vergleichsweise neue und günstige Möglichkeit einer Busfahrt unter www.meinfernbus.de zu beanspruchen, sorgte irgendwas dafür, dass lediglich DenKah ein Hin und Rückfahrticket für sich organisierte, die restlichen 3 sich gutgläubig auf recht schlechte Angaben im Internet verließ und der Ansicht war, ein Fahrticket auch locker noch direkt bei Anfahrt kaufen zu können zum gleichen Preis von 8,00 Eus pro Mann und pro Tour…eine Annahme, die falsch war und unsere finanziellen Reserven anschlug, denn aus 8 Eus pro Mann für die Tour wurden 19,60 Eus pro Mann für die Tour…und da der Bus propevoll war, hatten wir eh Glück…bis Münster waren noch insgesamt 6 Plätze frei, ab Münster war der Bus dann voll. So konnten wir dann so gerade noch einsteigen mit unseren bereits bezahlen Konzerttickets und Hostelreservierung…also aufgemerkt: wer eine Reise plant, sollte vielleicht die Reihenfolge “ Fahrt- Schlafplatz-Konzertkarte“ einhalten bei seiner Planungsdurchführung…weiß man eigentlich schon mit 16 aber nun gut, wir sind nun fast alle Ü30, da wird man schon wieder vergesslich.

Die Fahrt verlief dann ohne prinzipiell nennenswerte Ereignisse. Wir 4 saßen getrennt, da der Bus bereits voll war bis auf wenige Einselplätze, die Busfahrerin erwies sich als absolute Bombe der Verplant-und Verwirrtheit. Sie war in der Lage, Ansagen zu machen, die gefühlte 10-15 Minuten dauerten, die aber absolut sinnfrei waren und vor Dämlichkeit den ganzen Bus zum Lachen brachten. Die besseren lustigeren Storys wie ( „warum man seine Büürger von BK nicht im Bus essen sollte“ oder „wie die Gute ihre letzte Nacht verbracht hat“) kamen zwar erst auf der Rückfahrt aber auch die Hinfahrt brachte einige Highlights. Da ich aber nicht gehässig wirken möchte, sei äusserst positiv erwähnt, dass sie ihren Fahrerjob erstklassig durchführte und sogar wenige Minuten vor geplanter Ankunftszeit in Münster war.

Dort liefen wir der Karte, Nase und Erinnerung nach schnurstracks zum Hostel und checkten ein…ein recht kleines 4 Bett-Zimmer wartete auf uns aber die Größe ist nicht immer erheblich, zumal das Fenster aufging und riesig war…die erste Regel des Hostels “ Rauchverbot im Zimmer“ ist eine Regel, die ich euch nicht bitte, zu beachten, wenn ihr es auch nicht bei mir tut. Auf jeden Fall hatten wir lockere 90 Minuten, uns zu entspannen, ein paar Getränke und Burger zu tanken( Daddy Burger sind der King, Zitat “ Mächtige Maus“ ) bevor wir schließlich das Konzert rockten…auch der Hot Jazz Club ist keine Entfernung…wir waren gegen 21.30 da, wo auch laut Plan die Auftritte starten sollten und mussten in der Tat nur knapp 20 Minuten warten…anfangs war ich noch verwirrt, da mir der Laden etwas leer erschien aber das änderte sich schon bald…

Apollo Brown legte mit einem etwa 20 min dauernden Beatset los, was er änlich im letzten Jahr schon zum Besten gab vor dem Auftritt mit Guilty Simpson. Wie im letzten Jahr kam das sehr gut rüber, machte Lust auf mehr und man begann, seine müden Knochen etwas zu entkalken. Als Brown dann schließlich durch war und seine Jungs “ Verbal Kent und Red Pill“ aka Ugly Heroes ankündigte, war ich erneut verwirrt…niemals hätte ich erwartet, dass RedPill aussieht wie er aussieht…auch hier will ich nun nicht gehässig wirken, aber womöglich ist er Namensgeber der Crew…egal, die 3 rockten derbe. Das Publikum hätte nen Tacken mehr abgehen können, aber who cares, wenn die Jungs auf der Bühne ihren Job machen. Jeder Part wurde super durchgezogen…die Beiden waren wirklich stark im Zusammenspiel und die knapp 45min gingen viel zu schnell um…danach war grosses Getümmel am Merch-Stand. Für mich war nur das neue “ Sound of the weapon“ Album von Verbal Kent drin, aber der Junge kommt auch außerhalb der Bühne sehr freundlich rüber…war vielleicht aber auch kein Wunder, wenn mein Bra Jostface sich “ the whole package“ bestehend aus 5 Verbal Kent und einer Red Pill CD für 60 Eus gönnt. Nach kurzer Pause war es dann Zeit für die “ Clear Soul Forces“ und was mit einem recht langen Intro und Rumgespiele begann, wo ich schon langsam dachte, “ los jetzt!!!“, entwickelte sich dann zu einem der unglaublichsten Livesets, die ich jeh bewundern durfte. Zuerst schaute ich mir von der Bar aus den Auftritt über einen Bildschirm an, doch es zog mich ganz schnell hoch. Wie die 5 auf der Bühne nicht die Scheiße gerockt haben, mir fehlen da echt die Worte…die dopsten Songs der Crew waren im Set und wirklich jeder Part hatte unglaubliche Power und Nähe zur Studioversion…das gegenseitige Motivieren auf der Bühne schwappte ins Publikum über…zeitweilig hat der Laden nahezu “ geburnt“…ganz großes Kino. Nach dem Auftritt war dann Merch-Table Pt2 angesagt, denn das alte “ Detroit revolutions“ ist prinzipiell ausverkauft…letzte Exemplare waren nur noch auf der Tour zu beziehen…also Zeit, das Reisebudget zu ficken. Aber das war und ist es mehr als wert…

Da wir dann doch schon recht ausgepowert waren, schenkten wir uns die Aftershow Party im hinteren Bereich des schönen, wenngleich etwas platzengen, Hot Jazz Club…sammelten den betrunkenen Jostface ein, der sich mal wieder als perfekter Norris-Radio Promoter erwies( thx a lot dafür) und gingen euphorisiert zurück gen Hostel, wo wir den Abend dann mit Schnaps, kindlichen Lachanfällen und Erkundungstouren durchs Hostel ausklingen ließen, wenig Schlaf tankten und am nächsten Mittag dann mit einiger Verspätung, die uns zwar durch den SMS Dienst von meinfernbus mitgeteilt wurde, sich aber im Nachgang als absolut unglaubliche Frechheit erwies, zurück nach OL fuhren.

Gesamt gesehen muß ich diesem Trip einfach die bisherige Bestnote von 9/10 Snotch Points geben…nach dem selbstverschuldeten Patzer am Start lief nahezu alles absolut flüssig und wir hatten jede Menge Spaß…die Livesets waren klasse, das Hostel absolut genial und Münster einfach eine tolle Stadt mit freundlichen Menschen…der Minuspunkt ist auf Kleinigkeiten begründet, wie der schlechten Organisation bei der Rückfahrt…dem bescheuerten Security im Hot Jazz Club, der verhinderte, dass wir Flyer verteilten, da sowas dort Geld kostet…naja, gewisses Verständnis dafür…der Laden quillt jetzt schon über davon und vlt noch dem Publikum, welches ruhig etwas mehr mitgröhlen und feiern darf…war aber auch so gebannt von den Performances, dass ich teilweise vergessen hab, mitzufeiern…von daher ist alles verkraftbar! Wiederholung beschlossen…wer die Crews ein Mal in der Nähe hat, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen.

SnotchPoints_9

Open Air Jam

07.09.2013 Skatepark Cuxhaven/Otterndorf

Vor gut 12-13 Jahren ging unser damaliger DJ, SickT aka Terry Moto, in Oldenburg zur Ausbildung und hatte im Zuge dessen die Möglichkeit, dort in einer Art Ausbildungsstätte auch wohnlich unterzukommen…dabei lernte zunächst er und nach und nach auch wir dadurch eine Reihe interessanter Dudes kennen…und einer war DJ Weird Cut, der seinen eigentlichen Wohnsitz in der Nähe von Cuxhaven hatte. Viele Gleichheiten ließen aber sofort eine große Connection zu und so dauerte es zwar einige Zeit, aber nach Abschluß der Ausbildung und unseren ersten musikalischen Veröffentlichungen erhielten wir die ersten EInladungen, auf Auftritte in Cuxhaven zu kommen und dort zu spielen.

Das kam uns damals sehr gelegen…so bot sich uns in Cuxhaven eine neue hungrige und wissensdurstige Szene, die uns über 5-10 Auftritte begleitete. Klar waren nicht alle Auftritte der Burner, aber einige durchaus und wir lernten dadurch andere Acts kennen, bekamen erstmals die Möglichkeit, eine EP in einem Studio in Bremen aufzunehmen und viel mehr…das Ganze war eine tolle Zeit und wurde damals in Cuxhaven szeneintern sogar bis zur Neuaufpepellung eines gastronomischen Betriebs gesteigert, indem dann regelmäßig Sessions und Jams stattfanden…leider verliefen sich wie so oft über kurz oder lang alle Wege und so wurde es ruhig um die Connection…

8 Jahre etwa war die letzte Begegnung von DJ Weird Cut und mir her…Cuxhaven sind gerade mal 120 km aber nun gut…ich war schon froh, als er mich zu meinem Geburtstag im März kontaktierte und bereits ankündigte, im Sommer wieder etwas starten zu wollen und mit uns zu planen. Das Ganze sollte dann am 31.08 in Form einer Jam zelebriert werden, was ja leider aufgrund des Stadtfestes nicht möglich war für uns…als ich das mit hängenden Kopf mitgeteilt hab, kam nur lachs die Antwort “ is doch kein Ding, was machste ne WOche später“…“ öhm, nichts moa“…alles klar, dann komm zur Skate Park Eröffnung in Otterndorf…Open Air! Leider konnte mich, bis auf mein Hypeman Jostface Killah, niemand begleiten teils wegen Terminen und teils, weil 120km Zug fahren wohl manche Grenze überschreitet.

Wie so oft wusste ich aber, dass ich gerade die 2 Mann Roadtrips sehr schätze, weil man recht frei und gruppenungebunden agiert und so schnell neue Menschen kennenlernt, was uns auch tatsächlich den gesamten Tag begleitet hat. Mit dem Niedersachsenticket mittags hin und da alles glatt lief, waren wir auch um 15 Uhr vor Ort…Fischbrötchenstop in Cuxhaven…und in Otterndorf war ich beim Anblick der Szenerie erst Mal so sprachlos, dass mir Reste des Fischbrötchens…naja, lassen wir das…auf jeden Fall ne absolut geile wunderschöne Gegend die man unbedingt gesehen haben sollte…mehrere Süßwasserseen direkt an der Nordsee mit feinen Sandstränden, Grillecken, Abenteuerspielplätzen, allen sportlichen Möglichkeiten und nun halt auch einem neuen ansehnlichen Skatepark…dazu kam, dass wir dort wirklich alles zur Verfügung gestellt bekommen haben, da das Projekt ja aus Stadtkassen mitgetragen worden ist…Essen und Trinken war reichlich vorhanden…nur spielte das Wetter nicht ganz mit, was angesichts der Szenerie doppelt schade war. Es wurde zunehmend dunkler und so entschied man sich für eine Umverlegung der Jam in das örtliche Jugendzentrum…
Bühne schnell abgebaut, alle verstaut und ich stellte bereits fest, dass es tatsächlich abends um 23 Uhr noch eine Möglichkeit gab, von Cuxhaven wieder nach Oldenburg zu kommen…so fragte ich nach weiteren Partymöglichkeiten, die aber eher mau waren und erfragte nun, ob es eine Möglichkeit gäbe, uns zurückzubringen und mich als Erstact vorzuziehen, was von den freundlichen Betreibern und Mitwirkenden dort bestätigt wurde…

Ich war dann auch wirklich motiviert und hab dem kleinen Juz alles gegeben…die Raumaufteilung ist für Jams schon etwas schwierig, denn viele kleine enge Räume reihen sich an…bei meinem Set kam dann ne Menge an Sound zurück von den WÄnden und das war nicht immer leicht…im Vorderbereich haben einige wenige Menschen derbsten Feierabriß zelebriert, während im hinteren Bereich Skepsis zunehmend in gute Laune gewichen ist, was ich natürlich erfreut zur Kenntnis nahm…so konnte ich, dank einiger Freestylepassagen, auch recht viel Werbung streuen. Danach wurden wir zum Bahnhof gebracht und der mittlerweile gut angeheiterte Jostface Killah hat mich, teils positiv aber auch teils negativ, auf dem restlichen Heimweg amüsiert…nette Mädels in Cuxhaven am Bahnhof, verstrahlte Dudes in Bremerhaven am Bahnhof und ein bemitleidenswerter Busfahrer inclusive
Ich wills jetzt mal, ums nicht zu lang zu machen mit einem Fazit probieren…ich habe mich über den Tag hinweg sauwohl gefühlt…alle Menschen waren unaufdringlich freundlich und ich glaube, dass die meinen Sound auch greifen konnten. Weitere Projekte sind in Planung und ich freue mich, ein paar von den Jungs vielleicht auch mal in Oldenburg, zu begrüßen…in diesem Sinne bekommt der Tag von mir…

SnotchPoints8_5

Between the Beats

13.07.2013 Umbaubar Oldenburg

Zugegeben, eine Review zu einer Jam, die keine 200 Meter von meiner Haustür entfernt ist und auf der ich auch noch selber aufgetreten bin, zu schreiben, ist sehr schwierig. Zum Einen kennt man eine Vielzahl der Organisatoren und Mitwirkenden, dankt ihnen für den Spot und Teilnahme und möchte nicht mit penetranter Organisationsanalyse negative Punkte hochbringen, die man selber schließlich erst Mal besser, anders oder gewinnbringender umsetzen müsste um die Fresse aufreissen zu dürfen ums mal hochdeutsch auszudrücken…zum Anderen stellt sich auch die Frage, was man reviewen sollte…die anderen Acts, sich selber, die Organisation, die Zuschauer oder…und das ist mein Versuch…den ganzen Abend allgemein:

Im Vorfeld gabs einige Stimmungsdämpfer hinzunehmen. Der Auftritt der Linguisten 24 wurde leider abgesagt und das könnte, neben dem partyreichen Datum und dem nicht ganz geringen Eintrittspreis, ein Grund für die verhältnismäßig sehr geringe Besucherzahl gewesen sein, die sich, zumindest soweit ich mitbekam, über den Abend auch nur spärlich entwickelte. Sowohl mein Support Diggidi Denkah, der einen sehr guten Job machte, wie auch ich waren angeschlagen…konnten aber immerhin zusammen mit DJ Beatnarr unser Set zumindest vorher noch mal nebenan durchspielen( besten Dank an DJ Puschy dafür).

Recht pünktlich um 8 kamen wir an und wurden recht funky von M-Funk und Kunta begrüßt, die den Abend smooth einrollen liessen. Ich erwartete den guten Stylez Tyson, denn eigentlich sollte ich für sein Set zum Start den Support/Backup Mc geben…da wir vorher aber auch nicht mehr zum proben kamen und ich mich eher unsicher fühlte, beschlossen wir, darauf zu verzichten. Borilla wieß an, zu rocken und Tyson feuerte ab…war wirklich super. Astrein gerappt, guter Raumklang…aber Himmel, wo war der Support…20-30 Leute im Laden, 12-15 vor der Tür?! Ah ja…änlich wars dann auch bei meinem Auftritt, zu dem ich nichts wertendes sagen kann, außer, dass mein Gefühl trotz der Erkältung gut war und ich mich auf die Videoaufzeichnungen freu, die gemacht worden sind. Danach war ich allerdings auch so gut wie hinüber und brauchte sehr häufige Blaupausen, die ich meist mit Jostface Killah und Bier verbracht habe. Sämtliche weitere Acts hab ich nur stückweise gesehen und mir ist keiner negativ aufgefallen…Miggi Rollz hat bei seinen Einsätzen aus meiner Sicht sogar sehr geglänzt…auch Cliff da Sikk, Angry Teng sowie die Dramadigs fand ich solide, teils nicht ganz meine musikalische Welt aber wozu gibts Vielfältigkeit? Der Sound auf der Bühne war super, die DJ`s und der Soundmann haben gute Arbeit geleistet…

Negativ find ich teilweise das Verhalten der wenigen anwesenden Zuschauer und ausgebliebener Gäste…egal, ob es aus irgendeiner gekränkten persönlichen Scheiße oder einfach nur pure Ignoranz ist… es ist schade, wenn man sich Mühe gibt, hier lokalen Rap zu fördern indem man Auftritte organisiert oder auftritt und dafür kaum was erntet…garnicht hinzugehen mag schon Mal vorkommen obwohls dann doch ein paar zu viele für echtes Verständnis waren…aber hingehen um dann die Acts und deren Auftritte zu ignorieren, wegen dem EIntritt zu feilschen und so weiter, ist irgendwo…ach was solls, wer wird schon frustrieren :) ? Lustig war John Striker, der ganz wild auf ein Autogramm von einem filmenden Mitarbeiter des FRF`s ( Friesicher Rundfunk) war und dieses nach Erhalt gebührend feierte. Der Abend fand dann mit 1000 Taschentüchern und Hustenattacken sowie Gesprächen von DenKah und mir und einem friedlich vor sich hinschlummernden Jostface Killah ein schnelles Ende.

Gesamt gesehen muß man Borilla und allen Mitwirkenden mal wieder danken, auch wenns den Erfolg des Pirate Bash Anfang des Jahres nicht wiederholen konnte…ich wünsche ihm für den nächsten Anlauf alles Gute, appeliere an die Leute auf mehr Local Support und gebe dem gesamten Abend, hauptsächlich aufgrund meiner kränklichen Erscheinung 6,5 von 10 möglichen Snotch Points.

SnotchPoints_6_5

The Alkaholiks / Cali Agents / Hikids

25.04.2013 Bremen

Kann ich es mir leisten oder nicht? Diese Frage quälte mich tagelang im Vorfeld dieser, zwar für HipHop Fans eigentlich pflichtdienlichen, aber dennoch mit 20 Eus Eintritt, nicht günstigen Veranstaltung. Sowohl die Agents als auch die Alkaholiks konnte ich bereits in der Vergangenheit live erleben, allerdings waren mir die Liks noch ein Konzert schuldig, denn letztes Jahr gab es ein Konzertfiasko in Hamburg, welches eine Review eigentlich verdient hätte, aber wir sind hier ja zeitgemäß…

Ich ließ mich im Vorfeld von freundlichen Angeboten aus Bremen und einem, zugunsten eines “ du fährst hin“, ausgefallenem Old School Kopf/Zahl Münzwurf, beeinflussen und besorgte mir bei dem guten Deerock ( checkt mal das Movie Scenes Beattape auf www.soundcloud.com/derock-keina ) einen Mitfahrplatz…auch der gute Def Denkah fand noch Anschluss sowie ein guter Dude von Derock und so war die Truppe für den Abend vollständig…

Zu Fuß nahm ich die guten 4km zu Derock um noch schnell die erste Sot-Aufzeichnung bei ihm hochzuladen ( Propz an dieser Stelle, Leitungsmissbrauch ist momentan eins meiner größten Hobbys…btw: Fuck T-Com )…von dort aus ging es dann ohne nennenswerte Vorfälle nach Bremen, wo wir bereits früh merkten, dass wir viel zu früh dran waren, denn vor dem Laden war es so leer wie drin…die Amis waren noch im Hotel und auch Teile der Hikids( Grüße an Maxi Ferrah Fowler, checkt seine Sachen) wussten noch nicht, wann und wie und nicht mal so richtig, was sie spielen ( man verzeihe mir die Anspielung 😀 ) . Zum Glück an diesem Abend gibt es ja Bier und so verdöddelten wir in, mittlerweile u.a durch DJ Beatnarr, vergrößerter Gruppe beim Dönermann direkt unter der Lightplanke die Zeit mit 1 Euro Becks Bier aus der Flasche ohne Ende…solange, bis mein Magen mich daran erinnerte, dass ich eigentlich gar kein Bier trinke…

Raucherpause und die Amis kamen an…ich erkannte persönlich nur Planet Asia aufgrund seiner markant hervorstehenden Lippen und begrüsste ihn freundlich. Gut, nun ging es also irgendwann los und die Hikids spielten ein solides Set, von dem ich ehrlichermaßen nur etwa die Hälfte mitbekam…ein wenig irritiert war ich, als ich erstmalig im “ Partysaal“ ankam, denn die ohnehin schon recht dürftige Zuschauerzahl zeigte sich dann doch etwas hüftsteif und musterte den Voract eher kritisch aus verschiedenen Ecken statt einfach aus dem Arsch zu kommen und die Show zu genießen, aber das ist wohl eins der Hauptprobleme heutzutage bei solchen Events: Viele kommen erst gar nicht ( Respekt an jeden Arbeitnehmer aber draufgeschissen, einfach hinkommen) und die, die kommen, sind teilweise lieber verstockt und alleskritisierend, statt locker…aber gut: Etwas mehr Partyschwung hätte ich von dem Voract auch erwartet, aber trotzdem “ Lob und Respekt“ an die Jungs, wie auch dem eingesetzten DJ von ihnen, B-Search, der zurecht den Rest des Abends euphorisiert durch die Cypher schritt…

Nun kamen die Amis und die Cali Agents waren überzeugend…einfach ein tolles Duo und auch die Trackauswahl ging sehr gut klar. Der Sound bewegte sich so im 7/10 Snotch Points Bereich und das störte die Beiden teilweise…da höchstens 60-75 Gäste anwesend waren, lief das Ganze schon ziemlich gemütlich ab, aber die Beiden ließen sich nicht runterziehen und servierten ordentlich, incl. “ Pure Coke“ als Zugabe, einem der geilsten Planet Asia Tracks ever, den er live auch einfach unglaublich gut zelebriert. Nach kurzer Pause kamen dann auch die Alkoholiks, bewaffnet mit einer Flasche Vodka und einer Kiste Becks, die dann auch erst Mal solidarisch ans Publikum verteilt wurde. Die Liks spielten das, was man erwartet hat und so liebt…von Daamn über HipHopDrunkies, von Best u can bis Runnin wild waren die Songs am Start, die man auch hören wollte, weil sie zeitlos sind und einfach viel geiler, wenn sie vom Künstler live kommen als vom x beliebigen Local DJ von Platte…Burner… wenn da nicht der Alkohol gewesen wäre, der mich plötzlich in eine Mischung aus zwanghaften Urinausstoß und psychologischen Unklarheiten betreffend einiger anwesender Personen, gebracht hätte. Ich lasse mal die Psychologiescheiße weg und beschränke mich lediglich auf die Aussage, dass ich dadurch nicht das ganze Liks Konzert mitbekommen konnte und irgendwo ein leichter Stimmungsdämpfer vorhanden war, den aber die Künstler nicht verschuldet haben…

Ab diesem Punkt weiss ich dann aber auch nichts wirklich positives mehr…nur noch, dass ich Bremen vollgereiert habe und Def Denkah das per Handycam festhielt…dass ich die ganze Fahrt schlafen wollte, was nicht ging, weil a/ ich gegen den Kotzreflex ankämpfen musste und b/ faszinierende Gespräche über die wacke deutsche HipHop Szene geführt wurden und dann noch, dass ich auch Oldenburg noch vollgereiert hab, was mir dann doch etwas leid tut…

Der Abend war aber sehr nett und bekommt 8,5 Snotch Points…ein Danke schön an Derock und Ayla Flee…denn ohne euch wäre ich an diesem Abend wohl nicht dagewesen…und ansonsten freu ich mich aufs nächste Mal…die nächste Review folgt schon bald, wenn Gestoord Comfort die Niederlande gerockt haben…braakinsky

SnotchPoints8_5

Doppelgangaz (New York) / Dj Babu + Rakaa (LA)

28.03.2013 Münster

Nachdem die Doppelgangaz im letzten Jahr bereits beim “ Monsters of Rap 2012″ in Münster zu sehen waren und dort laut meiner Recherchen( snotchige Unstimmigkeiten verhinderten einen Besuch bei dieser Veranstaltung) einen bleibenden Eindruck hinterließen, war ich umso erfreuter, mein Versäumnis aus dem letzten Jahr doch vergleichsweise schnell nachbessern zu können. Sind die Doppelgangaz doch spätestens mit “ Doppel gospel“ aus ihrem zweiten Hammeralbum “ Lone sharks“ auch für mich ein absolutes Highlight des sonst eher schalen “ Neuzeitboombapregimes“ ( komisches Wort aber passt wohl). So buchten die Jungs von madflava die Doppelgangaz für ein weiteres Konzert im Rahmen ihrer momentan laufenden Europa Tour zum aktuellen und dritten Studioalbum der Jungs mit dem Titel “ Hark“ ( siehe HOTW 21.03.2013) und zwar am Gründonnerstag in den mir bis dato noch unbekannten Hot Jazz Club in Münster.

Gleich 2 gute Dudes( Grüße an Mauspad & Def Denkah) überreichten mir eine Eintrittskarte für das Konzert zum Geburtstag und so hatte ich den Auftrag, mich und die Dudes da irgendwie hinzuorganisieren, ohne, dass wirtschaftliche oder zeitliche Diskrepanzen auftreten( ist hierzulande aufgrund der Scheiße, die sich ÖV schimpft und uns nur abzockt, gar nicht so einfach)…es musste ein Fahrer gefunden werden und nach einigen Anläufen war mit “ Fable on the Mic“ auch der Mann des Abends gefunden. Trotz teils schwieriger Wetterverhältnisse und Anlaufschwächen mit einem Navigationsgerät, welches womöglich im letzten Jahrtausend produziert wurde ( und dann auch noch von den Franzosen…also Männern, die sogar in einer Fabrik rosa tragen), wurden wir fablehaft ( man verzeihe mir das dämliche Wortspiel) hin und hergebracht und alleine das verdient Respekt, Lob und all die andere Scheiße. “ Fable on the Mic“ wurde an diesem Abend für mich zu “ Fable on the Gaspedal“!

Ohne gröbere Zwischenfälle betraten wir um kurz nach 10 den Club und nachdem ich mich erst Mal an die Niedrigkeit des Ladens, den dafür aber erstaunlich guten Sound und die doch bemerkenswert vielen Menschen gewöhnt hatte, wurde mir klar, dass wir uns bereits mitten im Konzert der Doppelgangaz befanden…eine doch eher befremdliche Situation, die aber das überall vorher ausgeschriebene “ bitte pünktlich bis 10 da sein“ auf einigen Ebenen erklärt hat :). Es dauerte auch nur wenige Minuten, bis die Dudes und ich in so einer Art “ Konzertbann“ waren und kopfnickend aus einiger Entfernung( die ersten “ boah, bist du groß“ Momente wurden mal wieder geboren und ich wollte das agressive Kämpfen nach vorne für mehr “ boah, bist du groß, geh mal 10cm nach links optional rechts“ Momente vermeiden an diesem Abend).

Entspannt mit einem selbstverständlich überteuerten Getränk sah ich, wie die Jungs ihr doch eher smoothes Set, so partylastig verkauften wie nur irgendwie möglich und wie überaus engagiert das Publikum doch mitging. Das hat die Jungs auch zunehmend gepusht und so zogen die bis 23.30 auch wirklich immer weiter an und sorgten für eine ausgelassene Stimmung…gefühlt dann doch zu früh war die Sache vorbei und mit guten Pegel gings an den Merchandise Stand, wo ich kostengünstig das neue Album erwarb und dann, man möge es kaum glauben, von den Doppelgangaz mit einem “ boah, bist du groß“ angetextet wurde…allerdings waren die dann doch etwas kreativer als der Durchschnittsmensch, was mich wieder an das “ Kreative im Rapper“ glauben lässt und so fügten sie neben dem “ man, you`re tall“ noch ein “ you playbin b-ball, right kehd ?“ dahinter ( wenn ihr mit “ kehd“ nichts anfangen könnt, seid ihr keine sharks sondern nur so wack wie vorher schon 😀 )!

Nun denn…da ich langwierige und komplizierte Gespräche über meine B-Ball Karriere sparen wollte, da ich diese für langwierig und kompliziert hielt, übergab ich den Doppelgangaz lieber ein paar SOT Flyer, habe versucht, denen Oldenburg zu erklären( is gar nich so easy in 2 Sätzen)…habe Meilen mit Kilometern verwechselt und die Jungs gebeten, ein paar meiner Flyer von der Bühne zu werfen bei kommenden Auftritten…! Ich würde es hart feiern, wenn die das getan hätten und sich irgendein Mensch aus Köln, Freiburg oder sonstwo meldet ( wo die Jungs halt später waren) und bekanntgibt, einen Flyer erhalten zu haben…aber die Chancen gleichen da wohl einem Vierer + Zusatzzahl im Lotto.

Nachdem ich zu meinen Jungs zurückkehrte, hatte sich die Action in den hinteren Teil des Ladens, der bis dahin noch ungenutzt war, verlegt und vorne war Ruhe eingekehrt…relativ interessant, weil das kennt man aus Oldenburg nicht bzw selten…der Local DJ brachte die Art von “ HipHop Set“, die zwar immer funktioniert, mich aber von Mal zu Mal mehr nötigt, ein “ leider“ vor das “ immer funktioniert“ zu setzen, weil irgendwann ist auch echt mal gut mit “ Boom“, “ Nas is like“ und “ Above the clouds“ ( gleich 3 Primo Evergreens gebasht, da is einer gerade in Form 😀 )…das Witzige war, dass dann irgendwann Babu mit Rakaa von den Dilated Peoples ans Set kam…angekündigt als Soundsystem überraschte Rakaa leider nicht mit einer Rapperformance und Babu überraschte mich irgendwo halb aber nicht zwangsläufig positiv, indem er die Evergreens des Local DJ zu 50% wiederholte und dann noch ein paar B-Sides aus dem Likwit Crew/ Dilated Peoples Umfeld einstreute…tja, aber der Stimmung tat das wenig bis gar keinen Abbruch. Die Leute in Münster sind größtenteils sehr positiv, kontaktfreudig und partylaunig und das macht ja häufig „den Unterschied“.

Gesamt gesehen eine absolut runde Geschichte, die mit 10 Eus Eintritt auch absolut angemessen war. Der Döner nachts um 4 vor der Rückfahrt war auch in ordnung und irgendwie fühl ich mich in Münster immer sehr wohl…ich empfehle wirklich, die zukünftigen Aktionen und Konzerte von madflava zu verfolgen und zu unterstützen. Die verstehen durchaus ihr Handwerk! 9/10 Snotch Points für die Doppelgangaz, 5/10 für Babu & Rakaa, 8/10 für den ganzen Abend und 10/10 kriegt natürlich “ Fable on the Gaspedal“ für seinen Spontaneinsatz…